Vor 50 Jahren: Das grosse Buddler-Fest auf dem Stoos

1971 rumorte es im TVU-Buddler Club: Es musste wieder einmal ein richtiges Buddlerfest her! Die Erinnerungen daran sind noch an vielen Orten wach...

Im Laufe des Jahres 1971 wurde der Wunsch im TVU-Buddler Club* immer klarer: es brauchte wieder einmal ein richtiges Buddler-Fest – mit allem Drum und Dran! Nach einem Fehlstart im Juni, als das Treffen auf dem Stoos kurzfristig wegen Terminkollisionen auf den Herbst verschoben werden musste, war es dann am letzten November-Wochenende so weit. Der damalige Chronik-Berichterstatter Rolly Winterberger gab folgende Schilderung weiter:

«Um sämtliche Gesichter der Buddler wieder einmal beisammen zusehen, wurde von Sigi Rützler am 27./28. November auf dem Stoos ein grosses Buddler-Treffen organisiert, welches auch gleich eine Hauptversammlung darzustellen hatte.
Nach einer fröhlichen Hinreise mit einem gemieteten Car und ausgiebigem Genuss von Speise und Trank im Skihaus, eröffnete Präsident Heinz Reiser mit einer ausführlichen Begrüssung die Versammlung. Speaker Fredi Honegger erledigte Traktandum 2 mit einer humoristischen Erklärung, wie der Buddler Club gegründet wurde, und welche Aufgraben er zu erfüllen hat. Hausi Winterberger als Kassier bereinigte anschliessend das Finanzielle. Besondere Aufmerksamkeit wurde seinem Revisionsbericht geschenkt, der im Jahre 1966 zum ersten Male geschrieben wurde und seither immer der gleiche ist.

Zeitzeuge und Berichterstatter: Rolly Winterberger

Traktandum 5, Aufnahme von Neumitgliedern: Vorgeschlagen wurden folgende sieben «Jung-Buddler»: Sigi Rützler, Bruno Müller, Heini Müller, Werni von Wartburg, Peter Homberger, Ruedi Etter, und Rolly Winterberger.

Nachdem keine Einwände gegen die neuen Mitglieder vorlagen, schritt Speaker Fredi zur traditionellen «Buddler-Taufe». In Reih› und Glied standen die sieben Neuen vor Fredi und harrten der Dinge, die da kommen sollten. 

Unter schallendem Gelächter wurde dann das «heilige Wasser» (sprich: Wädenswiler Bier) aus Fredis Flasche auf die edlen Häupter der Neuaufgenommenen gespritzt. Mehr oder weniger nass hielten dann die frisch «getauften» Buddler ihre Einstandsrede, was natürlich nicht ohne Erwähnung der tiefen Ergriffenheit abging, nun auch diesem hochwohllöblichen Club anzugehören»

Das war eine ziemlich beschönigende Beschreibung des Rituals, das sich im Buddler Club seit rund 15 Jahren in regelmässigen Abständen immer wieder abspielte – die sogenannte «Buddler-Taufe» mit Speaker Fredi Honegger im Mittelpunkt. Seine Fantasie zum Benetzen der Täuflinge mit Bier oder Schnaps, in- und auswendig und aus den verschiedensten Quellen, kannte keine Grenzen. Und das Gelächter der bereits Getauften «richtigen Buddler» war jeweils an Schadenfreude nicht zu übertreffen.

Einer der damaligen Täuflinge, Bruno Müller, erinnert sich auch 50 Jahre später noch daran:

«Ich war gerade 30jährig geworden und riesig gespannt auf die anstehende Taufe zur Aufnahme in den Buddler Club. Ich sah auch schon die Ehre, welche mir bevorstand. Nach dem Nachtessen war ich der dritte Täufling. Fredi Honegger zitierte mich zum Akt. Er schüttete mir Bier auf den Kopf und begann mit intensiver Einmassage, verstärkt mit zusätzlichen Spuck-Spritzern über den ganzen Kopf verteilt. Zwischendurch wurde ich mit vielen Schluck Bier direkt beglückt, bis zum Überlaufen. Dabei hatte ich ja schon beim Nachtessen genug getankt…
Dann steckte Fredi seine Nase in meinem Mund, um zu riechen ob ich tauglich sei. Die Nase brauchte lange bis zum Resultat «Taufe erfüllt!»
Nach einer sehr kurzen Nacht, kam es zum Morgenessen mit «Unterseeboot», und das war noch nicht alles. War das am Mittag ein Leidensweg vom Skihaus zur Stoosbahn! Diese Erinnerungen sitzen heute noch fest.»

Auch wenn man damals dabei war und alles haarklein miterlebt hat, so kann man sich heute, 50 Jahre danach, kaum mehr vorstellen, dass es solche Feste überhaupt gab, die manchmal in echte «Besäufnisse» ausarteten, wobei der Gruppendruck wie üblich eine grosse Rolle spielte. Man wollte ja kein Spielverderber sein!
Aber es war unzweifelhaft die schwarze Seite eines Buddler Clubs, der daneben aber auch sehr viele positive Aspekte in sich vereinigte, an welche sich die Mitglieder heute noch sehr gerne erinnern.

Getauft, miterlebt und aufgeschrieben: Rolly Winterberger und Bruno Müller
Zugeschaut, fotografiert und schadenfreudig gelacht: Peter Tobler
Zusammenstellung: Peter Tobler

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