Corona-Report von den Bermuda Inseln

Seit bald einem halben Jahrhundert (am 1. September) wohnt unser Mitglied Kurt Birrer auf dem TVU-Aussenposten Devonshire auf den Bermuda Inseln.

Vor Beginn der Corona-Krise war Kurt jedes Jahr mindestens einmal in der Schweiz und dabei jedes Mal ein gerngesehener Gast bei den TVU 60plus Anlässen. Meistens reichte es dabei zur Teilnahme am Herbstausflug, wo er mit seinem «Sweater-Hut» trotz seiner geringen Körpergrösse jeweils nicht zu übersehen war…

Weil aufgrund der Reisebeschränkungen der direkte Kontakt zurzeit nicht möglich ist, hält Kurt den Kontakt mit dem TVU per Mail aufrecht.
Auf unsere Gratulationen zu seinem 87. Geburtstag am 1. April reagierte Kurt Birrer mit einem längeren Bericht über die plötzlich eskalierte Corona-Situation auf den nur 56 qkm grossen Bermuda Inseln (total 123) mit rund 64’000 Einwohnern:

 «Bis vor kurzem hatten wir hier nur relativ wenige Covid-19-Fälle und kaum Beschränkungen, aber dann haben einige Leute, trotz Nachtausgeh-Verbot, Partys mit weit mehr als den erlaubten zehn Personen und ohne Schutzmassnahmen gefeiert, und nun haben wir praktisch über Nacht über 900 Ansteckungsfälle, wovon 150 aktive. Die Regierung hat daraufhin die Polizeistunde wieder auf 23 Uhr vorverlegt. Das bedeutet, dass die Restaurants um 22 Uhr schliessen müssen, damit die Gäste noch rechtzeitig zuhause ankommen. Bars und Klubs müssen wieder geschlossen bleiben. Auch die Schulen mussten geschlossen werden, obschon sie in einer Woche ohnehin Osterferien gehabt hätten. Trotz der Androhung schwerer Bussen oder gar Gefängnis, halten sich Einige nicht daran, und da die Gerichte noch nie jemanden verurteilt haben, wird es auch der Polizei langsam zu viel, sie anzuzeigen. Es dürfte sich dabei um Leute “mit Beziehungen” handeln. Es herrscht eine allgemeine Wut gegen die Verursacher, die sich aber wenig darum kümmern. Mich selbst bewegt das nur wenig, da ich ohnehin höchst selten am Abend ausgehe. Wenn ich allerdings die Situation mit der Lage in der Schweiz (gemäss SRF Nachrichten) vergleiche, scheint das alles nicht so schlimm.

Ich hoffe natürlich, möglichst bald wieder reisen zu können. Es wird allmählich etwas eng hier. Ich hatte meine zweite Impfung schon vor einem Monat, sollte jetzt also immun sein. Das schützt mich allerdings nicht vor dem Testen oder einer Quarantäne, und das macht das Reisen unnötig kompliziert und teuer.

Die Post bei uns funktioniert immer noch eher schlecht als recht. Ich erhalte zum Teil Briefe, die vor einem Jahr in der Schweiz abgeschickt wurden, aber auch solche, die nur gut zwei Wochen unterwegs waren. Die Weihnachtskarten, die ich vor einem Jahr in England bestellt hatte und im Dezember 2020 verschicken wollte, sind unterdessen auch angekommen und werden halt dann in diesem Jahr zum Einsatz kommen…
Sonst geht es mir gut, manchmal etwas deprimiert, und etwas weniger fit. Der Frühling, der nun endlich anzukommen scheint, sollte darüber hinweghelfen.»

In kurzen Abständen folgten dann allerdings weitere Meldungen von Kurt, welche eine Verschlimmerung der Situation schilderten:

«Mir geht es tatsächlich gut, ich hatte meine zwei Einspritzungen schon vor einem Monat und erfahre jetzt, dass die gar nicht vor Ansteckungen schützen. Kein Wunder bei den Milliardengewinnen, die die Impfstoffhersteller machen, die wollen das Zeug noch auf Jahre hinaus verkaufen, sind also gar nicht an einem Erfolg interessiert.

Lassen wir uns also die Freude am Leben nicht ganz verderben. Das Motto muss sein:
«Denkt positiv, testet negativ, schützt euch und bleibt gesund!»

Mittlerweile sind auch die Zeitungen sowie Radio- und TV Nachrichten voll von Aufrufen, Regelerklärungen und Statistiken, welche seit dem März 2020 über1500 Corona-Ansteckungen mit insgesamt 14 Toten ausweisen. Kommentar von Kurt:

«Bemerkenswert hohe Zahlen für die Bevölkerung von der Grösse einer Schweizer Kleinstadt. Besonders dass 27% schon die zweite Impfung erhalten haben und ungefähr halb so viele auf die zweite warten. Noch weit von Herdenimmunität entfernt!
Und die Situation verschlechtert sich leider von Tag zu Tag. Die allgemeinen Beschränkungen werden weiter verschärft»

Letzte Bermuda-News: 

«Der gesamte Busbetrieb wurde am 9. April Nachmitttags von 15 bis 19 Uhr eingestellt, damit sich das Buspersonal in dieser Zeit auf Covid-19 testen lassen konnte. In verschiedenen «Updates» folgten in den nächsten Stunden dann behördliche Infos, dass der Busbetrieb auf unbestimmte Zeit eingestellt bleibe, weil die Chauffeure nicht an die Arbeit zurückgekehrt seien. Wie lange diese Situation dauern werde, sei unklar, aber man danke den Kunden für ihr Verständnis, während man mit Hochdruck an der Lösung des Problems arbeite…»

Viele herzliche Grüsse an den Vorstand und die Mitglieder von TVU 60plus
Kurt von den Bermudas»                                                      (Zusammenstellung: Peter Tobler)  

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